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01 · Die Personen

Wer waren die Sieben Schläfer von Ephesos?

Sieben junge Männer aus angesehenen Familien. Christen, die sich weigerten, den römischen Göttern zu opfern – und in einer Höhle am Berg Panayır Dağı verschwanden.

7 in den meisten Fassungen
~251 Flucht vor Decius
Ephesos Handlungsort der Legende

Sieben junge Männer aus Ephesos

Die Überlieferung kennt sie unter wechselnden Namen und Zahlen. Was bleibt, ist das Bild: junge Christen, die unter Kaiser Decius den Götteropfer verweigern und sich in einer Höhle verstecken.

Um das Jahr 250 verlangt Kaiser Decius von allen Bürgern des Reiches ein Opfer für die römischen Götter. Wer sich weigert, riskiert Enteignung, Folter und Tod. In Ephesos – damals eine der großen Städte Kleinasiens – verweigern sieben junge Männer aus vornehmen Familien den Befehl. Sie verschenken ihren Besitz an die Armen und ziehen sich in eine Höhle am Berg Panayır Dağı (in manchen Fassungen Anchilos) zurück.

Man findet sie. Statt sie hinzurichten, lässt der Kaiser den Eingang zumauern. Die sieben schlafen ein. Kein Traum, keine Zeit, kein Alter. Erst rund zwei Jahrhunderte später – unter dem christlichen Kaiser Theodosius II. – wird die Mauer geöffnet. Die Sieben erwachen und halten es für den nächsten Morgen.

Einer von ihnen geht in die Stadt, um Brot zu kaufen, und zahlt mit einer Münze, die seit zweihundert Jahren niemand mehr gesehen hat. Über den Türen hängen Kreuze. Die Verfolgung, vor der sie geflohen sind, ist Geschichte. Das Reich ist christlich geworden.

„Und so weckten wir sie auf, damit sie einander befragten.“

Je nach Überlieferung anders

Die westliche lateinische Tradition, die orthodoxe und die syrische Überlieferung nennen unterschiedliche Namen. Eine endgültige Liste gibt es nicht.

Westliche Tradition

Maximian, Malchus, Martinian, Dionysius, Johannes, Serapion und Constantin (nach Gregor von Tours und der Legenda aurea).

Orthodoxe Tradition

Maximilian, Jamblicus, Martinian, Johannes, Dionysius, Constantin und Antoninus.

Frühe syrische Fassung

Jakob von Sarug (~500) nennt vor allem Jamblichus und sieben Gefährten – also acht Personen.

Sieben oder acht?

Die christlichen Fassungen zählen meist sieben, einzelne Handschriften acht. Der Koran nennt keine feste Zahl und warnt ausdrücklich vor dem Streit darüber. Wer die Zahl für zweitrangig hält, steht dem Text näher als der, der sie verteidigt.

Nicht die Biografien, sondern die Geschichte

Historisch nachweisbar sind die sieben Personen nicht. Es gibt keine Inschrift, keine Urkunde und keinen zeitgenössischen Bericht aus dem 3. Jahrhundert, der sie namentlich bezeugt. Nachweisbar ist etwas anderes: Ab dem 5. Jahrhundert wird an einem konkreten Hang bei Ephesos in großem Stil bestattet, gebaut und gepilgert. Die Verehrung ist real. Die Zahl der Gräber ist real.

Die Sieben Schläfer gelten in der christlichen Tradition als Schutzpatrone der Schiffer und werden bei Fieber und Schlaflosigkeit angerufen. Ihr Gedenktag ist in der westlichen Kirche der 27. Juni – der Tag, an dem sich in Mitteleuropa die Bauernregel vom Siebenschläferwetter geheftet hat.